Parentele
Verwandschaften

Gallerie “Eidos”, Bassano Romano (VT) Septembre 2005

Marina Büning untersucht Welten. Die Große, die unendlich Große, die in der Vorstellung alle Grenzen vergisst und die kleine, die unendlich Kleine, die einzelne Silbe eines Wortes, eines Satzes einer Idee., einer Idee von der Welt. Fast wie ein Spiel, wie ein Kind, das die Stunden vergisst, das von einer Zeit in die andere wechselt, von einer Rolle in die andere, von einer Welt in die andere. Sie kreiert kleine Welten in Taschenformat, geschützt vor den bewussten Beziehungen mit der äußeren Welt. Oder aber sie erobert mit einer einzigen Geste den ganzen Raum, das Schloss, die Grotte, den Bauch des Wals. Alles wird möglich.
Das aufgehängte Netz wartet auf die Beute? Seine Position ist nur eine Möglichkeit, die die möglichen Wege aufzeigt. Der Ausgang ähnelt dem Eingang, Anfang und Ende laufen zusammen, das Umgedrehte wird durch den Standpunkt des Betrachters vorgegeben. Es gibt kein “von hier nach da” weder geografisch noch zeitlich. Es gibt keine geometrisch -physischen noch konzeptuelle Festlegung. Weder echte noch virtuelle Objekte sind Opfer des Netzes. Man ist eingeladen sich zu verlieren, für einen Moment außerhalb des Alltäglichen, der sicheren Koordinaten zu sein, ein kurzer Zwischenraum: von dem was wir wissen und dem was sein könnte. Ein Gedankenfänger? Lassen wir uns von unserem Auge leiten, frei von Dimensionen und Massen, die Zeit läuft langsam, der Geist ist ein weißes Blatt. Manchmal genügt es sich in einem flüchtigen Bild zu verlieren, in eine Ansicht ohne die Absicht alles bis in die Tiefe zu verstehen. Nach draußen schauen, um nach innen zu lauschen. Und vielleicht ist es das “ etwas erscheint gerade eben” was Marina Büning in ihrem Netz fangen will. Eine Idee von einem Schmetterling, nicht von einem armen gefangenen Insekt. Oder vielleicht eine Geschichte, die Idee einer Geschichte.

Von Geschichten handeln auch die Arbeiten in den Schachteln. Kurze Geschichten, Spuren einer Geschichte bevölkern die kleinen magischen Schachteln mit einer Sprache kaum artikuliert, den fallen gelassenen Wörtern, den Anspielungen, den Assoziationen einer Idee….Mir fällt da das Spiel ein, das man früher spielte, in dem man einen Satz auf ein Blattpapier schreibt, es faltet und es an den nächsten weitergibt, der schreibt wiederum einen Satz, faltet und gibt weiter….
Die Geschichte, die dabei entsteht,

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