Ich weiß nicht, ob Du das kennst, aber dieses Gefühl nie wirklich Zeit  für Dich selbst zu haben, immer hechelst du hinter irgend wen oder was hinterher. Falls Du zu den To-do-Listen Schreiberinnen gehörst, magst Du das Gefühl haben, dass sie sich beständig füllen, anstatt sich zu leeren. Ich kann da aus eigener Erfahrung berichten, aber dazu gleich.

Dieses alles kreiert einen enormen Stress bis zu dem Punkt, dass uns etwas passiert oder wir einfach schlicht und ergreifend zusammen klappen. Mir ist in diesen Winter erst das eine passiert, (dicke Grippe, von der ich mich kaum erholen konnte) und danach das andere (vom Pferd gefallen und kleine Brüche, so dass ich noch mal 4 Wochen lahmgelegt war). Danach habe ich beschlossen, ich muss mal wieder was ändern und mir wirklich mehr Zeit nehmen, für das was mir zu tiefst am Herzen liegt, nämlich meine künstlerische Arbeit.

 

Daraus habe ich ein Einiges gelernt, was ich gern mit Dir teilen möchte: verschiedenen Tipps ,die Du benutzen kannst, um Deinen Stress abzubauen und gleichzeitig dabei Deine künstlerischen Talente entdecken oder weiter entwickeln.

 

1. Was passierte als ich meine  Einstellung zu meinem Leben und zu meiner Arbeit geändert habe?

 

Ich habe gemerkt das das die Grundlage für alles andere ist.  Ich war im letzten Jahr super gestresst, weil ich neben meiner Freelance- Arbeit dabei bin mein Onlinebusiness aufzubauen, meine Kunst zu machen und meinem Mann zu helfen sein Business voranzutreiben.

 

Mein Hauptproblem war, dass ich die verschiedenen Aufgaben immer voneinander getrennt betrachtet habe. Ein bisschen als wäre alles, was nicht meine Kunst ist, nicht wirklich Teil von mir ist, obwohl ich alles gern tue.

Hier war es für mich wichtig zu erkennen, dass ja alles was ich tue, ich bin und insofern alles auch mein Sein und Tun beeinflusst. Also wenn ich nicht genügend Zeit für meine Kunst habe, heißt das nicht, dass es nicht in meinem Inneren arbeitet. Wenn ich dann genügend Raum und Zeit habe, kann ich auch damit arbeiten. Nach dieser Erkenntnis fühlte ich mich viel freier und weniger unter Druck, auch wenn sich rein äußerlich nicht so viel geändert hatte. (Siehe auch meinen Blogartikel ) Ich habe mir allerdings auch erlaubt mir mehr Zeit für meine Kunst einzuräumen und interessanterweise kamen plötzlich wieder Ausstellungen auf mich zu, ohne dass ich mich dafür so sehr angestrengt hatte. So bin ich umso mehr gezwungen mir Zeit für meine Kunst zu nehmen und es tut mir ausgesprochen gut.

Wie Du das machest  Dir auch mal Zeit für das, was Dir am allermeisten am Herzen liegt, frei zu schaufeln, dazu kommen wir in Punkt zwei

 

Wie sagt Donald A. Tubesing so schön?

„Stress ist wie ein Gewürz – die richtige Menge bereichert den Geschmack eines Gerichts. Zu wenig lässt das Essen fade schmecken, zu viel schnürt einem den Hals zu.“

 

2. Bau den Stress ab, indem Du Pause machst

 

Das ist jetzt nicht so fürchterlich originell, denn das sagt ja jeder. Aber es ist wirklich der erste Schritt, um aus dem Hamster Rad herauszukommen. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten Pause zu machen. Ein erster Schritt kann z.B. sein mal einen elektronischen Detox zu machen. Was heißt das? Das Handy ausschalten oder weit weg legen, Computer dito, auch den Fernseher und das Radio abschalten. Diese Art von Pause dient dazu, Dir selbst zuzuhören. Du kannst das ein paar Stunden machen oder auch mal einen ganzen Tag oder sogar mehrere Tage. Du wirst erstaunt sein, wie gut das tut und wie plötzlich Deine Inneres anfängt Dir Antworten zu geben. Die Zeit kannst Du dann bestens nutzen, um Deine Kunst zu machen. Wenn Du bedenkst, wieviel Zeit Du damit verbringst auf Facebook, Instagram oder einfach auf der Suche nach irgendwas im Internet verbringst. Mir geht es besonders so, wenn ich müde bin, dann bin ich sehr anfällig dafür  und es erholt mich nicht wirklich. Wenn wir zu viel Information von außen aufnehmen, wird unsere innere Stimme immer leiser bis sie fast verstummt. Aber genau die brauchen wir, um in unseren kreativen Prozess zu kommen.

 

3. Raus in die Natur gehen, um bei Dir anzukommen

 

Für mich ist es manchmal das einfachste raus in die Natur zu gehen. Wenn ich einen Spaziergang mache und am liebsten allein oder mit jemandem der auch mal gern die Klappe hält, setze ich mich in Bewegung. Das hilft schon mal wunderbar Stress abzubauen, meinen Körper zu fühlen und mich auf meinen Gang, meinen Atmen und alles was um mich herum geschieht zu konzentrieren. Fang einfach mal an wieder den Vögeln zuzuhören, zu riechen, was der Wind Dir in die Nase treibt und zu fühlen, den Boden, den Wind, den Regen, die Sonne, was auch immer Dir begegnet. Das alles hilft bei Dir anzukommen. Die Natur, auch ein Park kann dazu dienen, hilft ungemein, um dich mit Dir selbst zu verbinden. Wir sind alle Teil der Natur und unser Körper erinnert sich sofort daran, wenn wir mit ihr in Kontakt treten. DAs sind dann die Momente wo wir wieder unsere Intuition spüren , wo die Gedanken aus ihren Mustern brechen und was neues entstehen kann. Du bist presenter und nimmst wahr was ist und nicht das, was Du sowieso schon weißt oder immer denkst. Das ist auch genau was wir für unsere Kreativität brauchen.

 

4. Mach Kunst und habe weniger Stress!

 

Kunst machen hilft ungemein, um Deinen Stress abzubauen. Warum ist das so? In einer Studie hat man herausgefunden, das bei 75 % der Probanden sich in der Untersuchung der Stress deutlich nach 45 Minuten reduziert hat. In der Zeit haben sie unterschiedliche künstlerische Techniken ausprobiert und es waren sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene dabei. Zur Studio der Drexler University

Mir war das schon länger klar, dass künstlerisches Tun deutlich Stress abbaut. Ich brauche nur meine Studenten zu beobachten, wenn sie ganz versunken sind und plötzlich alles Mucks Mäuschen still ist. Dann sind alle nur bei der einen Sache und sie befinden sich in einem Raum jenseits von Zeit. Ich bekomme von den ansonsten ziemlich gestressten und unter Druck stehenden Studenten oft das Feedback, dass sie in meinem Zeichenkurs sich wirklich entspannen konnten und sich schon die ganze Woche darauf gefreut hatten. Ich selbst erlebe das natürlich genauso, wenn ich ganz intensiv am Arbeiten bin. Es ist so ein Gefühl ganz abzutauchen in eine andere Welt, in meine Welt. Die Zeit bleibt stehen bzw. ich habe kein Zeitgefühl mehr und ich bin nur auf eine Sache konzentriert. Da steckt das Geheimnis. In dem Moment, wo wir nur eine Sache tun, das aber ganz und gar mit unserem ganzen Wesen, in diesem Moment verlieren wir das Zeitgefühl und wir bekommen Energie anstatt, dass wir das Gefühl haben Energie abzugeben, zu mindestens auf seelischer Ebene. Um dieses Gefühl zu bekommen, laufen manche Marathon oder machen ähnliches, weil sie meinen, sie müssten sich körperlich total verausgaben, um da rein zu kommen. Das kann alles passieren, aber es kann auch ganz anders laufen und schon sind wir beim nächsten Punkt.

 

5. Wie wäre ’s mit einer kleinen Zeichenübung für alle?

 

Zeichnen ist eines der Dinge, die Du an jedem Ort und wirklich überall machen kannst, selbst in der Mittagspause oder wenn Du auf den Bus wartest. So wie Dan Gregory sagt: es gibt keine schlechte Zeichnung, es gibt nur eine nicht gemachte. Das einzige was Du brauchst ist irgendein Stift, kann auch ein Kuli sein und Papier. Die Fortgeschrittenen, oder wenn Du schon mal eine Challenge bei mir gemacht hast, dann hast Du ja auch vielleicht ein kleines Skizzenbuch und los geht es. Wenn Du noch nie von der Natur gezeichnet hast, duddel einfach. Fang mit einer Linie an, die sich über das ganze Blatt hinzieht. Schau wo sie mehr Linien trifft, wo freie Flecken bleiben. Wenn Du das Gefühl hast, Du bist fertig, dann füll mit einem Muster eine Fläche und dann eine andere, so dass Du Schwerpunkte setzt. Mach das alles ganz gelassen und gleichzeitig habe eine gewisse Intensität beim Tun. Wenn Kinder oder Tiere spielen, sind sie ganz dabei und aufmerksam, vielleicht auch angespannt, aber ohne gestresst zu sein. Genauso eine Haltung brauchen wir.

6. Versuch es doch mal, nach der Natur zu zeichnen!

 

Wenn du ein*e schon geübtere*r Zeichner*in bist, versuche dich doch mal wieder an der Natur. Das Motiv ist ziemlich egal. Hauptsache es inspiriert dich irgendwie. Wenn du länger nicht gezeichnet hast, nimm Dir nicht zu viel vor, damit du dich nicht frustrierst. Such Dir eine kleinere Szene und nicht einen 360 Grad Blickwinkel aus oder fange sogar nur mit einem Objekt an, je nach dem.

 

Wichtig ist: Bewerte Deine Arbeit nicht, es ist einfach schon gut, dass Du was gemacht hast. Es gibt kein gut oder schlecht. Natürlich kannst du was ändern, du kannst lernen von dem was du gemacht hast, aber deswegen ist das, was du gemacht hast nicht schlecht. Die Bewertung nimmt Dir die Lust und macht Dir wieder Stress und den wollen wir ja gerade abbauen. Du kannst dann anschließend kleine Variationen zeichnen von dem, was du schon gezeichnet hast. Das bringt Dir eine tiefere Sicht in das, was du schon gesehen hast und geht Dir wahrscheinlich schneller und besser von der Hand. Anschließend darfst du Dir auf die Schulter klopfen und Dir eine Pause auch vom Zeichnen gönnen.

 

7. Hast du Lust auf Farbe?

 

Hole Deine Farben hervor und fange an mit der Farbe zu spielen auf dem weißen Papier. Fange mit einer Farbe an, die Dir am meisten gefällt und dann nimm eine zweite Farbe dazu und schau was passiert. Es kann ein Spiel zwischen den beiden Farben werden, eine jagt die andere, versteckt sich, kommt wieder hervor, erobert eine Fläche. Es entstehen neue Farben. Wenn du nicht mehr weiter weißt, mach Pause, betrachte das Ganze, leg das Blatt vielleicht anders herum, betrachte es von einem Spiegel aus und so kommen vielleicht neue Ideen. Schau wo du Akzente setzen kannst, Kontrapunkte. Vielleicht mit einer dritten Farbe. Fühl dich ganz frei, bei dem was du tust und habe Spaß damit. Wenn du fertig bist, hänge es Dir irgendwo hin damit du immer wieder drauf schauen kannst. Lob dich für das, was du gemacht hast. Farbe stimuliert ungemein und es macht einfach Spß mit Farbe zu arbeiten. Farbe kann Stimmungen verändern Dich in gute Laune versetzen.

 

8. Viele, viele Möglichkeiten, dich künstlerisch zu betätigen!

 

Wenn du noch mehr Anregungen haben möchtest, trag dich in meinen Newsletter ein und du bekommst als Geschenk erhältst Du einen Leitfaden, um Deine künstlerischen Talente aus Dir raus zu holen.Du bekommst  verschiedene Anregungen, was Du machen kannst, um Deine kreativen Muskeln zu stärken, aber auch im Newsletter baue ich immer wieder kleine Aufgaben ein. In diesem Blogartikel  findest du viele weitere Anregungen, um ins Schaffen zu kommen.

Oder komm auch in meiner Facebookgruppe.

Wichtig ist leg los und fang an und du wirst selbst erleben, wie schnell du abtauchst und wie erfrischt und gut es Dir anschließend geht.

Was ich auch rausgefunden habe, wenn ich mir wirklich die Zeit für mich nehme, die ich brauche und nach der ich mich sehne, habe ich anschließend sehr viel mehr Energie, mein Pflichtprogramm zu erfüllen. Ich bin schneller, kreativer und es macht mir auch mehr Spaß. Deshalb ist so wichtig, sich diese Auszeiten zu nehmen.

 

9. Was die Auszeit und das Pause machen noch bewirkt

 

Aber es ist ja keine wirkliche Auszeit, da du ja Deine kreativen Muskeln betätigst und außerdem noch ein paar wunderbare Werke schaffst, an denen du dich erfreust, einfach nur wenn du sie anschaust. Dieses ist ein Aspekt, der oft sehr unterschätzt wird, denn wir können uns so immer wieder daran erinnern. Deshalb hänge die Arbeiten, die Dir gefallen unbedingt irgendwo in Deiner Wohnung auf, wo du sie auch siehst oder öfter dran vorbei gehst. Dein Gehirn bekommt so immer wieder eine kleine Erinnerung und einen Impuls. Du bekommst auch Ideen wie weiter machen und lass nicht zu lange Zeit verstreichen bis zur nächsten Pause, gefüllt mit „Kunst machen“!

 

Also jetzt nichts wie ran.

 

 

 

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